|
| |
| Von 1945-1989 - Die DDR-Zeit |
| |
| Gesetzliche Grundlagen |
| |
Die neue Gemeindeverfassung für die sowjetische Besatzungszone von 1946 brachte die Grundlage für die Tätigkeit der Feuerwehr.
Sie setzte das Gesetz von 1938 außer Kraft und übertrug den Gemeinden die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit und damit auch für den Brandschutz.
Am 28. August 1949 wurde die Verordnung über das Brandschutzwesen verabschiedet, welche die Kriterien für den operativen und vorbeugenden Brandschutz und somit für die Abwehr von Brandgefahren und für die Bekämpfung von Schadenfeuer definierte.
Das Gesetz zum Schutz vor Brandgefahren vom 18.Januar 1956 bestimmte die Maßnahmen zum Brandschutz und ihre Durchführung und war für die Arbeit der Feuerwehren bis 1992 maßgebend. Es wurden noch weitere Arbeits- und Brandschutzbestimmungen erlassen zum Schutz der Wohnstätten, der Wälder sowie der Produktionsstätten in Industrie und Landwirtschaft.
Die Verordnung über die Statuten der Freiwilligen Feuerwehren und Pflichtfeuerwehren der örtlichen und betrieblichen Brandschutzorgane vom 14.Januar 1959 sowie die Verordnung über die Verhütung und Bekämpfung von Katastrophen vom 13.Januar 1971 regelten die rechtlichen Grundlagen des operativen und vorbeugenden Brandschutzes und die Bekämpfung von Schadenfeuer.
Die Satzungen beinhalten den Zweck, Erwerb und das Erlöschen der Mitgliedschaft, die Pflichten der Mitglieder und Wehrleiter, das Ziel der Mitgliederversammlungen und beschreiben die Aufgaben der Wehr. Die Gemeindevertretung beschloss die Jahrespläne für den Dienst der Feuerwehr. |
| |
| Unterbringung der Löschgeräte |
| |
| In den nächsten 80 Jahren mussten an dem Gebäude von 1908 Umbauarbeiten durchgeführt werden. Der Bestand an Geräten vergrößerte sich und die Anschaffung von Fahrzeugen erforderte größere Unterbringungskapazitäten. Auch für die Ausbildung waren Räume nötig. So wurden 1950 die Haftzellen entfernt und 1976 die Einfahrt zum Gerätehaus tiefer gelegt. Trotzdem wurde es eng. |
| |
| |
Seit 1987 beriet der Rat der Gemeinde mit der Feuerwehr und mit der Wasserversorgung Halberstadt über das Gebäude am Hoppelbergweg, welches als Wasserwerk diente, aber nicht mehr für die Aufbereitung des Trinkwassers genutzt werden konnte. 1989 wurde das Objekt gekauft und 1990 umgebaut. |
|
 |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
| Entwicklung der Feuerwehrtechnik |
^ |
| |
Material
Nach dem Krieg kaufte die Gemeinde 1949 eine neue Tragkraftspritze (TS 8) mit der doppelten Leistung (800 Liter/Minute).
1959 kaufte der Rat der Gemeinde ein ausgedientes Armeefahrzeug. Es war ein altes Sanitätsfahrzeug, das der Kamerad Rudi Matscheroth für den Transport der TS 8, der Löschgruppe, der Schläuche und der Armaturen umbaute. Ein Martinshorn wurde eingebaut. Dadurch konnten die Anfahrtszeiten stark verringert werden.
Dieses Fahrzeug wurde 1964 durch einen LKW Robur ersetzt, den die Armee abgab. Auch dieser neue Lastkraftwagen wurde in ein Feuerwehrfahrzeug LF 8 (Löschfahrzeug mit einer Pumpenleistung von 800 Litern/Minute) umgebaut. Dieses Fahrzeug besaß einen Tragkraftspritzenanhänger TSA.
Am 13.03.1976 erhielt die Feuerwehr ein typisiertes Löschfahrzeug LF 8 mit einer Vorbaupumpe, einer TS 8, einem Tank für 900 Liter Wasser und einem Schlauchtransportanhänger, welcher 940 Meter Schlauchmaterial mitführt.
Im Jahr 1979 kaufte die Gemeinde einen Anhänger mit einer 12 Meter langen Drehleiter. |
| |
| Dienst in der Feuerwehr |
^ |
| |
Nach dem Krieg hatte die Wehr ebenfalls am Anfang Personalprobleme.
Einige Kameraden waren im Krieg gefallen oder waren noch in Gefangenschaft. Andere erreichten das Rentenalter und gingen in die Altersabteilung.
Im Jahre 1945 verfügte die Wehr über 21 ältere Mitglieder.
Die Kameraden Otto Graßkopf, Hans-Georg Brüser und Hans-Joachim Steinke führten unter den jungen Bürgern des Dorfes eine Werbeaktion für die Feuerwehr durch.
Für das Jahr 1953 waren 14 Nachwuchskräfte und 19 ältere Kameraden registriert.
Auch jetzt noch mussten die Bürger Vorspanndienste leisten. |
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts vergrößerte sich die Aufgabenstellung.
Zu bewältigen war:
· der Schutz des eigenen Ortes
· der vorbeugende Brandschutz
· die Zusammenarbeit in der 1968 gebildeten überörtlichen Brandschutzabteilung
Die Priorität lag jetzt auf dem vorbeugenden Brandschutz. Das beinhaltet die Aufklärung der Bevölkerung und die Kontrolle in den Wohnhäusern und Betrieben.
Für diese Aufgabe wurde 1976 eine Frauengruppe aufgestellt.
Im Jahre 1983 waren 48 Mitglieder verzeichnet.
16 von ihnen waren Frauen.
Die Ortsfeuerwehr in Mahndorf wurde 1996 wiedergegründet.
Diese zählte 14 Mitglieder.
Die Jugendfeuerwehr in Langenstein wurde 1995 gegründet.
Im darauffolgenden Jahr zählte sie schon 10 Freiwillige in ihren Reihen |
| |
| Brandmeister für Langenstein: |
| 1943 – 1955 |
Wehrleiter |
Otto Graßhoff |
| 1955 – 1995 |
Ortsbrandmeister, Wehrleiter |
Hans-Joachim Steinke |
|
|
| |
| Ausbildung |
| |
| Die Anforderungen der heutigen Gesellschaft erfordern von den Feuerwehrleuten umfangreiche Kenntnisse auf vielen Gebieten. Die Ausbildungsprogramme behandeln folgende Themen: |
· organisatorische Fragen
· Benutzung der Schutzbekleidung und der Atemschutzgeräte
· Arbeit mit der TS, mit wasserführenden Armaturen, Schläuchen, Hilfs-, Sanitäts- und Beleuchtungsgeräten und deren Instandhaltung
· Umgang mit Fangleinen, Knoten, Leinenverbindungen, Werkzeugen und Leitern
· retten und Selbstretten von verunglückten Personen
· Arten der Brände und die richtigen Löschmethoden
· Umgang mit Chemikalien
Die Brandbekämpfung wird durch Übungen in Form von Schulangriffen geprobt.
Zur Festigung der Kenntnisse finden alljährlich Wettkämpfe statt.
In den Jahren 1951 und 1952 erzielte die FFW Langenstein den ersten Platz auf Kreisebene. Die Wehr war im Kreis sehr aktiv und einsatzschnell.
Am 15.06.1969 errang sie den 3. Platz im Kreisausscheid im Schnelligkeitswettkampf.
In der Disziplin „Löschangriff“ am 05.07.1986 belegte die Wehr den 2. Platz.
Am 23.05.1979 erhielt die Wehr den Titel „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“ für den ständigen ausgezeichneten Dienst. |
| |
| Die Brände in Langenstein |
^ |
| |
Von 1945 bis 1990 führte die Langensteiner Feuerwehr 320 Einsätze durch.
Dabei gab es folgende Schwerpunkte:
In den Jahren von 1947 bis 1960 brachen 35 Getreideflächenbrände aus. Diese Feuer entstanden entlang der Bahngleise. Weil Steinkohle fehlte, wurden die Lokomotiven ersatzweise mit Braunkohle geheizt. Dieses führte zu Funkenflug, welcher die Anbauflächen entzündete. Der erste Brand brach im Grabengrund/Verbotener Weg aus. Danach in der Schlossbreite, Derenburger Spitze, Mühlberg...
Von 1962 bis 1989 entstanden 120 Waldbrände. Überwiegend brannte es in den Thekenbergen. Dieses Gelände wurde von der Garnison der sowjetischen Armee als Übungsgelände benutzt. Durch unsachgemäßen Umgang mit Munition, Feuerwerksmaterial und Leuchtspurmunition brachen die Feuer aus. Aber auch achtlos weggeworfene Zigaretten verursachten Brände.
Von 1958 bis 1988 brannten 10 Scheunen, alle durch Brandstiftung ab. |
| |
| ^ |
| Andere Einsätze der Feuerwehr |
| |
Zur Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser wurden in den 1950er Jahren täglich 45.000 Liter mit Tanklöschfahrzeugen transportiert, als im alten Wasserwerk die Pumpenanlage durch Überlastung und Verschleiß beschädigt war und das Werk selbst durch die Zunahme der Bevölkerung nicht mehr ausreichte.
Im April 1957 wurde die Trinkwasserversorgung in Böhnshausen durch eine 1.500 Meter lange Schlauchverbindung zwischen ihrer Wehr und der in Langenstein unterstützt. Dieses wiederholte sich oft.
Ende der 1950er Jahre wurde das neue Wasserwerk gebaut, wodurch diese Einsätze aufhörten.
Seit 1975 reinigen die Kameraden der Feuerwehr jährlich vor dem Beginn der Badesaison das Sommerbad. |
| |
| Kontakt: info@feuerwehr-langenstein.de |